Online Marketing Tipps #6

Markenpositionierung – Everybody’s darling is everybody’s fool

Im dem wunderbaren Buch “BRAND NEW” der beiden Autoren Jon Christoph Berndt und Prof. Sven Henkel gibt es ein sehr ansprechendes Kapitel über das Thema Markenpositonierung, in dem auch der o.g. Songtitel zitiert wird und als Beleg dafür geführt wird, dass es einfach nicht möglich ist, ein jedem zu gefallen und allen Ansprüchen gerecht zu werden, wenn man hohe Ansprüche an sein Produkt und an sich selbst hat. Profilierung bzw. Positionierung ist hier das Stichwort – und diese erfordert einfach eine gewisse Klarheit und Fokussierung.

Dabei kann – und sollte – es durchaus auch vorkommen, dass bestimmte Zielgruppen eben nicht angesprochen werden und sich auch gar nicht angesprochen fühlen sollen. Verkauft man beispielsweise Luxus-Uhren oder Luxus-Sportwagen, dann schließt dies allein durch den ausgerufenen Preis einen ganz großen Teil des Publikums Öffentlichkeit aus und inkludiert nur eine ganz spitze Zielgruppe, an die sich das Angebot im Endeffekt richtet. Dafür braucht man sich nicht zu schämen, denn wenn Sie diese Zielgruppe nicht effektiv bedienen, wird es jemand anderes tun.

Auf der anderen Seite sorgt ein scharfes Profil auch stets dafür, dass der Markenkern erhalten und gesund bleibt. Gerade in Zeiten überbordenden Angebots müssen Unternehmen stets zusehen den Anschluss nicht zu verlieren und gleichzeitig die Waage zu halten zwischen ihren grundsätzlichen Werten und dem Sog von Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel. Keine ganz leichte Aufgabe, weshalb es auch ein breites Angebot an Beratungsfirmen gibt, die sich genau in diesem Gebiet angesiedelt haben und Firmen dabei effektiv unterstützen.

Ein Unternehmen mit einem genau umrissenen Profil ist beispielsweise der US-amerikanische Apple-Konzern: Die Firma steht wie kaum ein anderes Unternehmen für Technologie in Symbiose mit anspruchsvollem Design, hat ebenso viele erklärte Fans wie vehemente Gegner. Grund dafür ist nicht nur der immer eine gute Schippe teurere Preis für Apple-Produkte im Gegensatz zur Konkurrenz, sondern auch der gewählte Selbstanspruch und ein immenses Selbstvertrauen, das mancher schon als Hybris bezeichnen mag. Doch es funktioniert, Apple ist das wertvollste Unternehmen der Welt. 

Man muss jedoch gar nicht in solch milliardenschweren Dimensionen denken, um den eigenen Markenkern und die eigenen Ansprüche zu erkennen und zu verfolgen. Auch für ein Unternehmen mit einer handvoll Mitarbeitern zählt nach außen hin zum einen der USP, zum anderen aber auch die Überzeugungskraft, welche man über die eigene Positionierung entfalltet. Stellen Sie sich doch einfach mal zwei junge Gründer vor: Beide haben ein interessantes Produkt am Start, doch der eine ist von seiner Idee vollends überzeugt und kann seinen USP besser darstellen als der andere. Selbst wenn das Potential des zweiten Kandidaten größer sein mag – die Investoren wird Nummer 1 bekommen.

Am Ende geht es also vor allem darum, seine Stärken und Schwächen zu kennen und nach außen hin klar zu sagen: Das bin ich, dies ist mein Produkt. Für den und den ist es gedacht und man kann jenes damit erreichen. Wer an dieser Stelle auf Klarheit setzt und sich seines eigenen Anspruchs sicher ist, der kann sich auch in stürmischen Zeiten besser im Sattel halten als jemand, der mit seiner Geschäftsausrichtung nur stets den neusten Trends hinterher rennt. Nicht dass man nicht zeitgemäß sein sollte! Doch sollte geschäftliches Handeln immer besser proaktiv als reaktiv sein.

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