Social Media – Tipp #9

Keine Ein-Weg-Strategie fahren – Interaktion gewinnt

Was unterscheidet die Interaktion in den Social Media von der klassischen PR? In der klassischen PR geht die Information vom Sender zum Empfänger, also von der einen Seite zur anderen, dann ist Schluss. In den Social Media kommt aber auf eine Actio auch eine Reactio, wodurch sich das gesamte Kommunikationsmodell von Firmen verändert hat bzw. verändern muss, um in den nächsten Jahren überhaupt noch Relevanz zu haben und wahrgenommen zu werden. Wie meine Kollegen aus Köln von der ConceptBakery (heute Zone) so treffend formuliert haben: Wer klassisch wirbt, stirbt.

Das mag in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren noch nicht auf so große Firmen wie BMW, Miele oder Siemens zutreffen, aber gerade die drei eben genannten sind auch (mehr oder weniger kräftig) dabei, in den Social Media mitzumischen. Dabei reicht es aber eben nicht aus, wenn man einfach seine klassische ausgebildeten PR-Leute vor den Computer setzt, Facebook öffnet und seine Pressemitteilungen 1:1 postet – denn das interessiert wirklich niemanden. Man muss stattdessen aktiv den Dialog fördern (und fordern!) und dabei auf die Wünsche und Interessen der potentiellen Kundschaft eingehen.

Wir werden am Tag mit 10.000-20.000 Werbebotschaften vollgeballert, kombiniert aus TV-Werbung, Radio, Print, Straßenplaketen, Display-Ads, Facebook-Werbung, Newslettern per Email und noch vielen weiteren Dingen mehr. Unser Gehirn selektiert dabei schon zahlreiche Informationen direkt aus, ansonsten würden wir nämlich relativ schnell verrückt werden. Wer in dieser Flut von Meldungen herausstechen will, der muss schon ein wenig mehr bieten, als einfach nur eine Information auszustoßen und auf den Aufschlag beim Empfänger zu warten.

Sie glauben mir das nicht? Dann schauen Sie sich bitte einfach einmal die Followerzahlen von solide gepflegten Social Media Kanälen mit echtem Team dahinter an und als Vergleich eben jene Kanäle, wo einfach nur Postings rausgeballert werden und niemand zur Interaktion animiert. Für sowas ist zwar auch in manchen Firmen einfach niemand da (weil Personal fehlt), doch wenn man Social Interaction haben möchte, dann muss man hier auch investieren. Mit einem Posting ist es nicht getan – die Menschen wollen unterhalten und beachtet werden.

Wie sie das hinbekommen, dazu lesen Sie zahlreiche Anregungen in den weiter unten angefügten Tipps vorhergegangener Postings auf meinem Blog. Ich kann Ihnen zwar keine Garantie für Ihren Erfolg in den Social Media geben, aber ich kann Ihnen auf der anderen Seite versprechen, dass sie es irgendwann bitter bereuen werden, wenn sie dieses Medium nicht spätestens genau JETZT anfangen ernst zu nehmen. Denn mit TV-Werbung können Sie heute nicht mehr jede Zielgruppe erreichen (und verbrennen zudem eine unverhältnismäßige Menge Geld), Print und Radio sind auch nicht mehr das Nonplusultra und vom ROI her auch vielfach zu teuer. Der neue Weg heißt Internet. Und wer diesen Weg der Digitalisierung nicht geht, der wird verlieren.

Weitere Blog-Posts zum Thema Social Media:

#1 Umgang mit öffentlicher Kritik – Niemals persönlich nehmen!

#2 Zur Interaktion anregen – Mehr Zugriffe durch “engaged users”

#3 Beiträge vorausplanen mit Facebook-Tools, Hootsuite, Buffer & Co.

#4 Einfach mal nicht da sein

#5 Besonders für junge Unternehmen wichtig – Hausrecht hilft gegen Trolle und Hater

#6 Hashtags helfen, indem sie kostenlose Reichweite generieren

#7 Zeigen Sie Profil – wer postet auf Ihrer Seite?

#8 Nicht jeden Trend mitmachen

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